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Von jetzt auf gleich nach Indien

Das Fotografen, insbesondere Eventfotografen, schnell und flexibel sein müssen ist klar. Doch manchmal haben unsere Kunden dann doch noch Herausforderungen für uns.


Der Anruf kam an einem Sonntag. Eine 14-stellige Nummer im Display deutet an, was sich dann bewahrheitete: es war ein ausländischer Aussteller der Industriemesse in Hannover. “We need your photo services tomorrow. Please be at the event location in two hours?!” sagte eine Stimme mit einem deutlich fernöstlichen Akzent. Viel mehr wurde bei diesem ersten Telefonat nicht besprochen. Für weitere Informationen hatte der potentielle Kunde offensichtlich keine Zeit.


Pünktlich auf dem Messegelände am Stand B14 angekommen stellte sich heraus, der Auftraggeber ist die Indische Regierung - das Partnerland der diesjährigen Industriemesse.


Neben dem anrufenden Regierungsmitarbeiter war der Regierungspressesprecher sowie einige Unternehmensvertreter auf dem fast fertigen Messestand anwesend. Keine dieser Personen hatte sich je mit einem professionellen Fotografenbriefing befasst - geschweige denn, dass klar war, wer hier nun das letzte Wort hatte. Nur eins war klar: der Fotograf musste männlich sein, fließend Englisch sprechen, polizeilich sicherheitsüberprüft sein und Zugang zu allen Sicherheitsbereichen haben.


Zunächst einigte man sich, dass ab dem morgigen Tag um 8:00 Uhr der Messestand und die zahlreichen Begrüßungen dokumentieren werden sollen. Kurze Zeit später sollte gleich auch noch die abendliche Auftaktveranstaltung dokumentiert werden. So ging es im Fünf-Minuten-Takt weiter: sofortige Bildbereitstellung, englische Bildbeschreibung und Verschlagwortung, etc.


Die Herausforderung war: es gab kein Briefing, keine Instruktionen, kein Ablaufplan - und wer erkennt schon die wirklich wichtigen Persönlichkeiten aus Indien, die selbstverständlich in die Bilddokumentation gehören.


Im Einsatz war dann ein Donnerkeil-Fotograf, mehrsprachig und ehemaliger Journalist. Ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis lag vor und er überstand auch die Sicherheitsüberprüfung. Drei Projektassistentinnen machten ihm den Weg frei, organisierten die Zugangsberechtigungen und den Transport sowie die Bildbearbeitung und die Bereitstellung.


So wurden aus dem anfänglich geplanten halben Tag dreieinhalb Tage voller Einsatz. Das Ergebnis: überzeugende Bilder, ein glücklicher Kunde und der persönliche Dank von Harsh Vardhan (Ministry of Science and Technology of India.