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Ein ganz normales Businessevent

Als Presse- und Eventfotograf hat man immer wieder den Wunsch im Sinne von „Storytelling“ eine Geschichte zu erzählen, aufgewühlt, emotional und Leidenschaftlich. Dann kommt man an den Veranstaltungsort und merkt: heute sind Handwerk und Tagesgeschäft gefordert. Den Bundespresseaward für das beste Bild wird es heute nicht geben.


Der Auftrag: 2 Stunden dokumentarische Bildberichterstattung eines Businessevents eines führenden Wirtschaftsförderers.

Das Briefing: Seminartagung zu Förderprogrammen deutscher Wirtschaftsministerien. Keynotespeaker, Referenten, Gesamteindruck, Einsatz von 10:00 - 12:00 h

Das Ziel: Neben der Dokumentation 3-5 pressetaugliche Motive zum Verwenden in Blogs, Pressetexten und Sozialen Medien. 

Der Anspruch: gering

Datenbereitstellung: Sofort, nach den Vorträgen. 


Die meisten Aufträge kommen recht kurzfristig zu Stande. Meist auch nicht zu den Honoraren, die man es sich wünschen würde. Die Briefings sind in der Regel kurz und knapp gehalten. Selbst die Minimalanforderungen werden nicht immer gegeben. Das heißt für mich, den Ablauf straffen, Situation sofort erfassen und die Motive bereits im Kopf abspeichern. Professionelles Arbeiten wird in der Eventfotografie voraus gesetzt.  


So sieht das für mich aus:


9:30 Ankunft und Ansprechpartner treffen. Der ursprüngliche Ansprechpartner ist nicht vor Ort; man lässt mich einfach machen. Von Absprachen weiß man nichts und was ich da eigentlich soll ist auch nicht ganz klar. „Sie sind der Profi, sie machen das schon!“ Es folgen: Orientierung - ich erstelle mir einen innerlichen Grundriss der Räumlichkeiten. Welche Motive kann ich während der Veranstaltung aufnehmen? Wo sind meine idealen Positionen zum Fotografieren? Gibt es Möglichkeiten von oben zu fotografieren und von wo kann ich Gesamtansichten aufnehmen? Lichtsituationen prüfen. Der Saal wird mit Energiesparlampen und herkömmlichen Glühlampen beleuchtet, zudem fällt Tageslicht ein. Also ein buntes Kuddelmuddel an Licht- und Farbtemperaturen. Weißabgleich, Technik und Belichtungsmaßzahlen werden festgelegt. Und zwar jetzt und nicht erst, wenn es los geht. 

Das Rednerpult ist weit weit weg von Logobannern und direkt vor einem Fenster aufgestellt worden. Extrachallenge: Gegenlicht und wer der Veranstalter ist wird schwerlich in die Motive mit eingebunden werden können. 


10:00 Ankunft der Teilnehmer - es geht los. Registrierung, der erste Kaffee am Morgen und erste Gesprächsaustausch. Man kennt sich, man kennt sich nicht. Das Ziel der Teilnehmer für alle gleich. Für mich Tagesgeschäft. 


10:30 Begrüßung der Teilnehmer und erste Vorträge. Das Plenum ist leider nicht voll. Die ersten Stuhlreihen sind leer. Jetzt heißt es eingreifen. Höflichst bittet man um Kooperation. Etliche Personen müssen umgesetzt werden. Die erste Sprecherin ist viel zu Klein und das Mikro schwebt ihr vor der Stirn. Merkt sie das eigentlich nicht? Gesamtansichten von Oben, den Seiten, von hinten und von vorne - im Kasten! Ab 10:45 im 20 Min. Takt wechseln nun die Redner. Da ich jetzt schon nicht mehr die ganze Zeit auf den Redner achten muss, sichte ich bereits jetzt schon die Bilder. Über das was drin bleibt, was rausfliegt und vorab als Pressebild zugesendet wird mache ich mir gleich Gedanken. Dann wird auch gleich optimiert und die Größe für den Versand reduziert. 


Um 12:00h ist für mich das Event im Kasten und die Teilnehmer gehen in die Mittagspause. 

Um 12:15h übermittlere ich die ersten Bilddaten an Donnerkeil. Die hochaufgelösten Bilder im Laufe des Tages. Final Check und QM. 



Fazit: Auch wenn es gefühlt keine große Sache gewesen ist, gab es einige Herausforderungen zu meistern. Licht und Setting waren nicht optimal, das Auditorium nicht voll und die Redner mochte auch nicht alle gleichermaßen für mich posieren. Trotzdem galt es alle Situationen und Momente einzufangen und dazu insgesamt nur 2 Stunden Zeit. 



Mein Alltag bei www.donnerkeil.eu